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Aktuelles

Artikel von Dirk Binding

WE DO DIGITAL Initiative 2018

Gesichter und Geschichten der Digitalisierung

Digitalisierung konkret: Wie nehmen Unternehmer ihre Mitarbeiter bei den Veränderungsprozessen mit? Wie finanzieren sie Investitionen? Welche Schritte gehen insbesondere kleinere Unternehmen, um von den neuen Möglichkeiten zu profitieren? In der Praxis hat die Digitalisierung viele Gesichter. Mit ihrer WE DO DIGITAL Initiative bringt die IHK-Organisation diese an die Öffentlichkeit. Voneinander zu lernen ist entscheidend, um die Digitalisierung im ganzen Land voranzubringen.

Foto: DIHK, Jens Schicke

Laut unserer neusten Digitalisierungsstudie verzeichnen 44 Prozent der Unternehmen Umsatzzuwächse – vor allem in der Industrie, im Handel, in der IKT-Branche und im Gastgewerbe. Mehr als zwei Drittel sehen Chancen für neue Märkte, für Kundenbeziehungen, bei der Produktentwicklung und im Geschäftsprozess. Deswegen planen viele Unternehmer höhere Investitionen – fast 90 Prozent der Betriebe wollen zusätzliches Kapital einsetzen. Gerade in den ländlichen Gebieten, in denen ein Großteil der Unternehmen und deren Beschäftigte angesiedelt sind, kann die Digitalisierung regionale Wertschöpfung stärken.

Herausforderungen bewältigen

Es gibt kein Patentrezept für den Erfolg bei der digitalen Transformation, aber alle Unternehmen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Knapp neun von zehn Unternehmen sehen die Notwendigkeit, ihre Mitarbeiter weiterzubilden. Drei Viertel der Unternehmen fürchten wachsende Sicherheitsrisiken. Insbesondere in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sind Mitarbeiter oft stark im operativen Geschäft eingebunden. Die knappen personellen und zeitlichen Ressourcen bedeuten beispielsweise, dass diese Betriebe nicht immer schnell genug auf Marktveränderungen reagieren oder aufwendige Antragsverfahren für Förderprogramme bewältigen können. Die Digitalisierung erfordert große Anstrengungen der Unternehmen, kann aber erfolgreich gemeistert werden. Deswegen sind „Best Practice“-Beispiele sehr wichtig.

Viele Unternehmer haben sich die digitale Welt zu eigen gemacht

Trotz Herausforderungen ist die Digitalisierung oft der entscheidende Erfolgsfaktor, um sich gegenüber Wettbewerbern durchzusetzen. Jedes Unternehmen in Deutschland kann ein „Startup“ sein – auch viele traditionelle und eingesessene Betriebe erfinden sich gerade neu. Es gibt bereits viele Gewinner der Digitalisie-rung. Das wird besonders deutlich, wenn man sie sammelt: 2017 haben sich im Rahmen unserer bundesweiten IHK-Initiative WE DO DIGITAL Unternehmen aus 147 Orten in Deutschland beworben. Alle wurden auf www.WeDoDigital.de veröffentlicht.

Transparenz ist wichtig, denn unser Ziel ist es, möglichst viele „Best Practice“-Beispiele an die Öffentlichkeit zu bringen – gerade solche, die noch unbekannt sind. Die Vielfalt der Stories und die Kreativität der Menschen sind beeindruckend: Vom digitalen Metzger über den Unternehmer mit E-Learning-Plattform für Speditionen bis zum Gründer mit App für die ganzheitliche medizinische Versorgung. Sie alle sind erfolgreiche „Digitalmacher“.

Jede Branche ist betroffen, nicht nur die 23 Prozent der KMU im produzierenden Gewerbe. Schließlich gehören drei Viertel der KMU in Deutschland zum Dienstleistungssektor. Dabei kommt es nicht auf die Ganzheitlichkeit der digitalen Maßnahmen an. Oft sind es vor allem kleine geniale digitale Ideen, die die größte Wirkung erzielen. Die Erfolgsgeschichten beweisen, dass digitaler Wandel nicht nur in Großunternehmen, sondern auch in kleineren Betrieben gut funktionieren kann. Sie können andere inspirieren und motivieren.

Geben Sie der Digitalisierung Ihr Gesicht

Die Initiative wird 2018 fortgesetzt. Interessierte Unternehmen können sich über www.WeDoDigital.de bewerben. Der DIHK ermittelt gemeinsam mit einer unabhängigen Fachjury die Sieger, die dann Mitte Juni öffentlich vorgestellt werden. Dabei profitieren alle Teilnehmer vom branchenübergreifenden Austausch, der medialen Präsenz sowie der Möglichkeit, sich auf regionalen und bundesweiten Veranstaltungen zu präsentieren - und nicht zuletzt von positiven Impulsen zur Überwindung digitaler Hürden.

 

Dirk Binding ist Bereichsleiter Dienstleistungen, Infrastruktur, Regionalpolitik beim DIHK.