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Interview mit Admir Kulin.

m.Doc – anytime everywhere

Der Arzt ist immer mit dabei

Ein Flugzeug. Ein Schiff. Eine abgelegene ländliche Gegend. Ganz plötzlich geht es jemandem schlecht. Schnell zum Arzt… geht nicht. Genau da will das Unternehmen m.Doc ansetzen. Es geht dem jungen Start-up darum, medizinische Versorgung zum Patienten zu bringen, ganz egal wo der sich befindet.

Das Unternehmen, das 2017 den WeDoDigital-Wettbewerb des DIHK gewonnen hat, sieht Digitalisierung als große Chance für das Gesundheitswesen in Deutschland. Es will mit seiner Online-Gesundheitsplattform sowie passenden Applikationen die Kommunikation der verschiedenen Partner im Gesundheitssektor bündeln, um die Versorgung zu optimieren. "Unsere Vision ist es, als erste Ende-zu-Ende Plattform im Gesundheitssektor die Leistungserbringung sicherzustellen, " sagt Admir Kulin, CEO m.Doc.

Patient im Flieger – Arzt am Tablet

Sehen wir uns einen konkreten Fall am Beispiel Flugzeug an. Sagen wir, einem Passagier ist schlecht geworden. Das Flugpersonal könnte in diesem Fall über die App per Tablet einen Arzt zuschalten. Per Video-Kommunikation können sich Arzt und Passagier direkt austauschen. Ebenso können Vitalwerte wie Körpertemperatur, Blutdruck oder Blutzucker übermittelt werden. Danach tauschen sich Arzt und Pilot ebenfalls per Video-Kommunikation aus. Gemeinsam können sie die Entscheidung treffen, ob eine Zwischenlandung nötig ist. Oder ob man dem Patienten im Flugzeug soweit helfen kann, dass der Flug planmäßig bis zum Ziel-Flughafen durchgeführt werden kann. Das gleiche Prinzip gilt natürlich auch für medizinische Notfälle auf Schiffen oder in abgelegenen ländlichen Regionen. "Es geht darum, die Versorgung zum Patienten zu bringen und nicht den Patienten zu der Versorgung," so Kulin. Damit das System auch genutzt wird, muss die Bedienbarkeit so einfach wie möglich sein.

Smarte Unterstützung für Patient und Klinik

Ein wichtiges Beispiel einer Anwendung auf der m.Doc Plattform: Der digitale Begleiter durch den Klinikaufenthalt. Ob der Patient selbständig in die Klinik kommt oder von der Rettung gebracht wird, seine Daten können sofort eingesehen werden, so dass man in der Klinik weiß: Wer kommt da mit welcher Krankheit? Welche Untersuchung ist erforderlich? Wie versorgt man den Patienten am besten während des Aufenthalts? Außerdem können Vitalwerte ausgetauscht und in der Nachsorge notwendige Informationen an die entsprechenden Ärzte weitergeleitet werden.

Chancen durch Vernetzung im Gesundheitswesen

"Die Digitalisierung bietet uns die Möglichkeit, erstmals den Patienten vollständig in den Mittelpunkt zu setzen. Aber auch für alle anderen Teilnehmer des Systems bieten sich neue Möglichkeiten," so Kulin. Abgesehen von der Sicherung der Versorgung, gäbe es für die Partner durch die m.Doc-Plattform neue Business Modelle und Kosteneinsparungen. An die Plattform andocken können dann alle Leistungserbringer, vom Arzt über das Krankenhaus bis hin zu Versicherungen oder weiteren Providern. Vom Content-Informations- oder App-Dienstleister bis hin zur gesamtheitlichen Versorgung mit Pflege und Essensdienst. Durch Zugriff auf all diese Services ist schließlich auch der Patient besser informiert.

Patient hat Schlüssel zu Daten

Die Menge an kritischen Daten, die durch die digitale Vernetzung im Gesundheitsbereich anfallen, wirft natürlich die Frage nach dem Datenschutz auf. Wem gehören die Daten und wie kann der Patient auf der Plattform Einfluss nehmen? "Der Patient ist Herr seiner Daten. Das heißt, es entstehen keine Daten ohne seine Einwilligung und auch Zugriff auf die Daten hat nur der Patient," versichert Kulin. Eine Ausnahme stelle die Versorgung dar. "Wenn in der Versorgung Daten entstehen, hat auch der Versorger Anrecht darauf, weil er sie sowohl für die Abrechnung als auch für die Sicherstellung der Qualität benötigt," so der Unternehmenschef. Sonst hätte aber nur der Patient Zugriff, der die Daten natürlich bei Bedarf verteilen kann. Das Unternehmen setzt bei der Sicherheit aller Applikationen auf eine Zwei-Wege-Authentifizierung. Der sorgsame Umgang mit den Daten liegt dann aber auch in der Verantwortung der Patienten.

"Es war eine unserer besten Entscheidungen, bei WeDoDigital mitzumachen!"

Ende 2016 wurde m.Doc gegründet. Mittlerweile arbeiten rund 30 Mitarbeiter für das junge Unternehmen. Durch den Gewinn des WeDoDigital 2017 Wettbewerbs, konnte das Start-up bereits international Bekanntheit erlangen und sich auch marketingtechnisch besser positionieren. Daher kann Admir Kulin anderen die Teilnahme an dem DIHK-Wettbewerb nur empfehlen: "In der Gesamtkommunikation des Unternehmens war es eine der besten Entscheidungen 2017 an diesem Wettbewerb der IHK-Organisation mitzumachen."